
Zinseszins: Der Crash kommt!
Auslöser aller Währungskrisen ist noch immer der Zins. Ein Beispiel soll verdeutlichen, wohin eine exponentielle Zinsentwicklung ein Währungssystem treiben kann. Nehmen wir an, der Vater von Jesus hätte am Tag seiner Geburt einen Cent zur Bank gebracht und diesen Cent vergessen. Seit dieser Zeit bekäme Joseph (so sein Name) 5 Prozent Zinsen. Nach dreißig Jahren stünde auf dem Sparkonto noch immer 1 Cent, weil sich der geringe Zinszuwachs im Nullkomma-Bereich bewegt. Somit also ein absolut lächerliches Ergebnis. Nun verstarb Joseph, sein Bankkonto blieb bestehen. Nach rund 300 Jahren schauten die Erben von Joseph auf dem Bankkonto nach und siehe da, aus dem kümmerlichen Cent waren bereits 10.000 Euro geworden. Aber auch diese Erben hielten der Entwicklung stand, und griffen das Vermögen nicht an. Zwei Generationen weiter, so rund 150 Jahre später, machte sich ein weiterer Erbe einmal die Mühe, um nachzuschauen, wie viel Geld denn nun auf dem Konto liegt. Er war überrascht. Aus den 10.000 Euro waren bereits satte 10 Millionen geworden.
Die Versuchung war groß, dieses Geld auszugeben, aber, ganz im Sinne der Familientradition, widerstand er der Versuchung und ließ dieses Geld einfach liegen. Die Ernte für sein Verhalten konnte er leider nicht mehr einfahren, dafür aber seine Erben. Denn im Jahre 1466 hatte der Wert des ursprünglichen Euro-Cents den Gegenwert einer Erdkugel aus Gold! Damit nicht genug. Im Jahre 1750 kamen die Sparer auf eine Million (!) Erdkugeln aus Gold. Heute könnten sich Josephs Erben, natürlich nur theoretisch, über mehr als 200 Milliarden Erdkugeln aus Gold freuen.
Eine absurde Vorstellung, aber ein deutliches Zeichen, wie „gefährlich" Zinsen für ein Finanzsystem sind. Egal, zu welcher Zeit Sie wie viel Geld anlegen, der Zinseszins zwingt letztlich jedes System in die Knie. Ein Sparer, der beispielsweise im Jahre 1000 nur einen Dollar investierte und dafür 5 Prozent Zinsen erhielt, hätte heute ein Vermögen, dessen Zinszuwächse das Weltbruttosozialprodukt um mehr als das Fünfmillionenfache übertreffen!
Diese Entwicklung ist vergleichbar mit einem Schachbrett. Ein König, wie sollte es sein, langweilte sich. Die Langeweile erdrückte ihn so sehr, dass er demjenigen einen Wunsch erfüllen würde, der ihm diese Langeweile nahm. Es dauerte nicht lang und zu ihm kam ein alter, weiser Mann und zeigte ihm ein Schachbrett. Der alte Mann lehrte dem König die Kunst des Schachspiels, der von diesem Spiel begeistert war. Deshalb wollte er sein Versprechen einlösen und versprach dem alten Mann die Erfüllung eines Wunsches. Der sagte „Gebt mir ein wenig Reis, und zwar so viel, wie auf das Schachbrett nach folgender Rechnung passt: „Auf das erste Feld legt ihr ein Reiskorn, auf das zweite Feld zwei Körner, auf das dritte Feld 4 Körner und zwar so lange, bis auf allen 64 Feldern Reis liegt. Dabei sollt Ihr, königliche Hoheit, die Anzahl der Körner von Feld zu Feld verdoppeln, bis alle 64 Felder voll sind." Der König war außer sich vor Freude, weil ihm diese Bitte sehr bescheiden vorkam. Doch das Ende ist bekannt. Auf das letzte Feld musste der König nämlich mehr als 9 Trillionen Reiskörner legen, und zwar 9.223.372.063.854.775.804 Körner. Für alle, die sich erst an große Zahlen gewöhnen müssen, hier die ausgeschriebene Variante:
Neun Trillionen zweihundertdreiundzwanzig Billiarden dreihundertzweiundsiebzig Billionen dreiundsechzig Milliarden achthundertvierundfünfzig Millionen siebenhundertfünfundsiebzig Tausend
achthundertvier Reiskörner.
Das ergibt ein Gesamtgewicht von insgesamt 461.168.601.843 Tonnen! Würde man diese Menge auf schwere Lastwagen verladen, bräuchte man insgesamt 46.770 Fahrzeuge. Würde man diese Lastwagen in einer
Reihe hintereinander stellen, ergäbe diese eine Länge von etwa 850 Kilometern! Deshalb gilt: Wehret den Anfängen und vermeidet Schulden.
Diese exponentielle Zinsentwicklung wirkt in alle Richtungen. Wer über Vermögen verfügt, erhält immer mehr Zinsen. Wer dagegen Schulden hat und diese nicht tilgt, steht vor dem umgekehrten Problem, dass er immer mehr Zinsen zahlen muss, so wie der deutsche Staat. Über Jahrzehnte verteilte der Staat soziale Geschenke an sein Volk. Bei einem ordentlichen Wirtschaftswachstum von mehr als 8 Prozent und einer Vollbeschäftigung kann man sich diesen Luxus leisten. Doch seit mehr als einem Jahrzehnt liegt das Wirtschaftswachstum deutlich unter 8 Prozent und die Zahl der Arbeitslosen nimmt immer beängstigendere Ausmaße an. Um seine Versprechen dennoch einzulösen, muss der Staat immer mehr Kredite aufnehmen, da die Einnahmen schon lange nicht mehr ausreichen.
Dabei bewegt sich der Staat schon lange außerhalb der Legalität. Denn gemäß dem deutschen Grundgesetz darf die Summe der Neuverschuldung die Summe der Investitionen nicht übersteigen. Wie gesagt, wer Schulden macht, muss Zinsen zahlen. Wer diese Zinsen nicht mehr bezahlen kann, lässt auch die Zinsen weiter „anschreiben", was zu einer weiteren Aufblähung der Schuldenlast führt. Noch in den 70er-Jahren notierte der Etatposten „Schuldzinsen" im Bundeshaushalt unter ferner liefen. Inzwischen muss der Bund jeden fünften Euro, den er durch Steuern einnimmt, für Schuldzinsen ausgeben(!). Seit 1999 mussten die Steuerzahler für die Bundesschuld insgesamt 267 Milliarden Euro an Zinsen zahlen. Das ist mehr als der Bundeshaushalt für das Jahr 2007. Mit anderen Worten: Die Zinsen fressen den gesamten Jahresetat des Bundeshaushaltes auf. Dabei ist das Ende noch gar nicht erreicht. Die wirklichen Probleme stehen uns noch bevor (Stichwort: Vergreisung der Gesellschaft und damit verbundene Rentenbelastungen). Wie gesagt, diese Entwicklung ist nicht schleichend, sondern exponentiell. 1950 ärgerten sich die Politiker über 10 Milliarden Euro Staatsschulden. Rund 50 Jahre später liegt der Wert 150-fach höher, bei 1.500 Milliarden Euro, das sind immerhin 1,5 Billionen Euro (!). Dabei wurden die laufenden Pensionszahlungen an ehemalige Staatsbedienstete noch gar nicht berücksichtigt. Experten überschlagen diesen Betrag noch einmal mit mehr als 2 Billionen Euro, die vom Steuerzahler aufzubringen sind.
Wer glaubt, dass es überhaupt noch eine realistische Chance gibt, diese Schulden zu tilgen, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann. Man kann schon von Fortschritt sprechen, wenn es gelingen würde, diese weitere Schuldenexplosion zu verhindern. Aber selbst das gelingt nicht, wie die Neuverschuldungsentwicklung zeigt.
Zinseinnahmen der Sparer auf der einen Seite, Zinsausgaben für den Schuldner auf der anderen Seite führen zu einem dramatischen Ungleichgewicht in unserem Land. Dadurch wird die Kluft zwischen Guthaben und Schulden immer größer.
An meinen Ausführungen sehen Sie, dass jedes auf Zins aufgebaute Finanzsystem zum Scheitern verurteilt ist. Es kann immer nur eine gewisse Zeit funktionieren. Systembedingt kommt es in der Spätphase (siehe Cent-Berechnung zu Jesus-Zeiten) zu einem exponentiellen Anstieg der Gesamtschulden. Es solches System ist tendenziell unendlich. Aber es gibt keine unendlichen Schulden. Deshalb muss das System irgendwann in sich zusammenstürzen.
Auf der anderen Seite waren die Deutschen noch nie so reich wie jetzt. Ende 2005 lag das private deutsche Geldvermögen bei mehr als 3,5 Billionen Euro. Die Hälfte davon ist im Besitz von 10 Prozent der Deutschen. Das ist leider das Ergebnis eines auf Zinseszins aufgebauten Systems. Je höher das Vermögen, desto schneller steigt der Zinszuwachs. Allerdings ist dieses Vermögen sehr unterschiedlich verteilt. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben unter normalen Bedingungen und können mitnichten auf größere Sparvolumen zurückblicken. Anders dagegen die restlichen 20 Prozent. Wobei die obersten 0,5 Prozent 28 Prozent des privaten Geldvermögens besitzen. Hier wächst das Vermögen exponentiell. Anders ausgedrückt: Eine Handvoll Reicher wird immer reicher, während der restliche Teil der Republik immer ärmer wird. Durch dieses mit Verlaub perfide Zinssystem entsteht paradoxerweise ein „Verschuldungszwang" an dessen Ende die Auflösung des Finanzsystems stehen wird. Diese Erkenntnis ist so alt wie die Menschheit. Schon im Buch Moses (3. Mose 25,37) heißt es: „Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen, noch deine Speise geben gegen Aufschlag".
Am Zinseszins liegt es, dass die Superreichen durch Investitionen diesen Staat am Leben erhalten. Sie leihen ihm Geld in Form von Finanzierungsschätzen, Obligationen etc. Darauf zahlt der Staat
Zinsen, aus Geldern, die er nicht hat. Er muss also immer wieder neue Schulden machen, um allein schon den laufenden Zinsverpflichtungen nachzukommen. Eigentlich nichts anderes als ein klassisches
Schneeballsystem. Wie bei jedem System steht am Ende der Super-Gau. Würde nun der Staat die Zinszahlung einstellen, würden seine Gläubiger, also die reichen Privathaushalte, Unternehmer,
Gesellschaften und Firmen sofort ihr Geld aus dem Geldkreislauf abziehen und in andere, lukrativere Geldanlagen, auch im Ausland, investieren.
Also bleibt dem Staat gar nichts anderes übrig, als dieses Spiel mitzuspielen. Deshalb wälzt er seine Zinslast auf die Bevölkerung ab. Die merkt es durch diverse Steuererhöhungen: Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der Pendlerpauschale, Steuern auf Renten etc. pp. Aber auch die Kommunen, Unternehmen und Vermieter stehen dem in nichts nach. Auch sie wälzen ihre Zinsen auf die Bevölkerung ab. Die Kommunen erhöhen die Gebühren und Abgaben für Müllabfuhr, Kindergarten, Grundsteuern etc. Die Unternehmer holen sich ihren Zinsaufwand über steigende Preise herein, während der Vermieter die Mieten erhöht. Am Ende zahlt der, der selbst keine Rechnung mehr stellen kann: Der Verbraucher! Er zahlt solange, bis es nicht mehr geht. Das ist dann der Anfang vom Ende. So what!
Aristoteles S. Onassis: "Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muß ihm entgegenkommen."
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Lesen und lernen Sie u. a.:
- Warum das Geld nichts mehr
wert ist
- Warum es so wichtig ist, sich
mehr ums sein Geld zu kümmern
- Warum nur noch Sachwerte
Sicherheit bieten
- Warum Aktien die
Krisengewinner sind
- Warum u. a. Gold wichtig ist
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Leben JETZT zu genießen
- Wie Sie ein passives Ein-
kommen aufbauen